Serie: Embryo

Die Figur des Embryos stellt für mich neben den geometrischen Formen eine perfekte Form dar. Auf Grund des ursprünglichen und sehr grundlegenden Charakters des Embryos verwende ich ihn für die künstlerische Umschreibung von Lebensaspekten, die alle Menschen miteinander verbinden. Die Form des Embryos unterscheidet sich von Individuum zu Individuum so gut wie gar nicht. In ihm drückt sich somit die Ähnlichkeit und Verwandtschaft aller Menschen untereinander aus. Ebenso wie in der Literatur die rote Farbe menschlichen Blutes als Symbol menschlicher Einheit beschworen wird, verliert auch in Anbetracht eines Embryos die Frage nach Kultur, ethnischer Zugehörigkeit, sozialem Status oder gar Hautfarbe jede Bedeutung. Ein Embryo ist auch in ästhetischer Hinsicht einzigartig. Er ist eigenartig und wunderschön anzuschauen. In seiner Rundlichkeit wirkt er unendlich harmonisch. Er besitzt weder Spitzen noch Ecken. Seine Rundungen scheinen ohne Unterbrechung ineinander überzugehen. Seine Linien haben somit weder Anfang noch Ende, sind zirkelhaft und einem Kontinuum gleich. Ganz so wie die "Phylogenese die Rekapitulation der Ontogenese" darstellt, vermittelt die große äußere Ähnlichkeit embryonaler Stadien auch innerhalb des gesamten Tierreichs einen Eindruck vom gemeinsamen Ursprung allen irdischen Lebens. In meiner Arbeit verwende ich die Gestalt des Embryos als Symbol, Metapher und als Quelle für die persönliche Entwicklung, sowohl in biologischem als auch in psychologischem Sinne. Im abstrakten wie auch im künstlerischen Sinne endet somit die embryonale Phase nie. Beim Verlassen der Plazenta verändern sich für das Lebewesen lediglich die räumlichen Dimension der uns bergenden Hülle. Der Gedanke an den Menschen als ewig unfertiges Wesen, als Kind, als beständig "Wachsender" vermittelt mir ein Gefühl von Gelassenheit und Lebenssinn. Erlaubt uns doch dieser Zustand eine größere Toleranz gegenüber gemachten Fehlern und Raum zum Lernen. In besonders prägnanter Weise drückt sich im Embryo unsere Verletzlichkeit und Bedürftigkeit aber auch unser Potential aus. In Anbetracht dieser Dualität gelingt es mir besser meine eigene Schwäche zu aktzeptieren. Vor aktuellem Hintergrund, schließlich repräsentiert der Embryo im Kontext des medizin-ethischer Diskussionen wie kein anderes Symbol die Zukunftsängste aber auch Hoffnungen, ebenso wie die Verantwortung die der Mensch sich selbst und der Schöpfung als ganzes gegenüber trägt.


Auswahl

Aquarell
18x12 cm

Eineiige Zwillinge

Aquarell
12x18 cm

Herrscher

Aquarell
26x36 cm

Oase

Öl auf Leinwand
12x18 cm

Schönheit

Aquarell
42x56 cm

Veränderung

Aquarell
26x36 cm

Zweieiige Zwillinge

Aquarell
12x18 cm

Schatten

Aquarell
45x34 cm

Lebendigkeit

Aquarell
45x34 cm