
Öl auf Leinwand
80x100 cm
Atmung
Träumerisch wandelt der weiße Nachtvogel,
verschmilzt mit der weiten bläulichen Nacht
Er breitet seine Flügel in der Mondstille aus
und singt laut Melodien eines Bohemien in der Dunkelheit
Der Paradiesvogel und der Tukan dagegen brauchen den sonnigen Tag,
um gelblich-orangenes Licht ins Gesicht zu strahlen
Beide werden von Atemrauch des Morgentau und -rot
sanft erweckt aus hohen Bäumen
Der wiederkehrende Zyklus des Tages und der Nacht
ist auch erwünschte Erholung und Atemzüge der Erde
Die Wolken und der Himmel nähern sich,
atmen ruhig, glücklich in gleichem Einklang
verzaubert wie zwei Liebende in Berührung.
Selbständiger Atemzug eines Neugeborenen
bedeutet Beginn seines einmaligen Lebens
Neugierig auf die Welt will der Embryo
erobern und seine Aufgabe erfüllen
Jedoch muß er erst das Atmen lernen
ehe er vom Mutterleib Abschied nimmt
Die Stille der Einsamkeit in seinem Nest
hat er irgendwann satt.
Mit ersehntem Herz nach dem Lebenselixir "Luft"
bereitet er sich auf seinen ersten Flug vor
in die Freiheit durch die Geburt
Couragiert testet er dann das Wagnis des Atmens
Vielleicht ist das eine erste Probe von Autonomie
Wenn er Glück hat, erreicht er seine erwünschte Jahreszahl
Solange er atmet, lebt er!
Atempausen benötigt ein Mensch in Zeiten der Krise
Eine geöffnete Tür bläst frische Luft
und eine Brise in das verstaubte Gesicht
Die Seele beruhigt sich,
balanciert vorsichtig ihr Gleichgewicht
Das Ein- und Ausatmen wird langsam ausgewogen
und somit kehren die schönen alten Gedanken zurück
Die verbrauchten Kräfte erneuern sich,
wie der ständige Kreislauf der Natur uns vormacht
Die Blätter der Bäume zaubern Photosyntese,
die die Wunder der Atmung in Gang hält
Die Luftmoleküle tanzen überall hin in der Landschaft
Unbefangen und vollkommen versuchen sie sich
in harmonische Formen der Geometrie zu verwandeln.