
Öl auf Leinwand
60x90 cm
Spiegelbild II
Der Mensch braucht immer Spiegelbilder
Parallel zur eigenen Entwicklung
Vielfältigkeit und Detailliertheit werden dann gewagt
Sich selbst zu sehen gespiegelt in der Umwelt
Aufmerksam beobachtet er seine Gestalt
Nun traut er sich in vernetzte und chaotische Formen
Sich selbst zu sehen und ohne Angst sich zu umarmen
Im Rausch sich mit diesen Fragmenten umzuwälzen
In abgedunkelten Tönen und gemischten Farben zu baden
Im spielerischen Wechselspiel sich einwickeln zu lassen
Bis die eigene Befriedigung erreicht wird
Die Angst vor Ungewöhnlichem bei der Selbstsuche wird teils gemindert
Verwirrung und Chaos werden vertrauter und zugelassen
Die Person wandert überall hin und versteht ihre Reise
Trotz Verschmelzung mit der Umwelt bewahrt sie sich als einzigartig
Und wird nie ganz frei von unbeantworteten Fragen
Als ob Geheimnisse einen Teil der Selbstbetrachtung bewahren
Doch die Persönlichkeit erlebt Selbstvertrauen
Schmeckt die Selbsterkenntnis, die die Zunge würzt
Fühlt die Nähe des eigenen Daseins durch Sichberühren
Die ihrem Leib und ihrer Seele Selbstfindung schenkt
Und sie ins Reich der eigenen Entdeckung und Selbstachtung führt
Wird der Mensch ständig auf der eigenen Suche bleiben?
Braucht er dazu das Spiegelbild?
Wird er erfahren, wie das Glück an seine Tür schlägt?
Lässt er dann die eigene Leidenschaft erblühen?
Wird seine Zeit reifen und die Ruhe einkehren?
Ruht das Selbstbild weil er von ihm satt ist?
Werden die eigenen Gefühle und Bedürfnisse in Einklang kommen?
Befreit er sich von fremder Anerkennung?
Wird er stolz "die Geschichten von Damals" erzählen?
Orientiert er sich bis zum Sterben am Spiegelbild
Als Wegweiser und Spiegel zu seinem Selbst?